Sprachliche Studierfähigkeit

Ziel:

„Die sprachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten reichen aus, um den Anforderungen eines wissenschaftlichen Fachstudiums gerecht zu werden.“

Dazu gehören folgende Kompetenzen:

- Fachvorträgen/Vorlesungen zuhören
- Material zur Vorbereitung einer Veranstaltung lesen
- In einer Vorlesung/einem Seminar mitschreiben
- Kritische Auseinandersetzung mit Thesen
- Beteiligung am Unterrichtsgeschehen
- Die Wissenschaftssprache verstehen

In der Kompetenz sprachlicher Studierfähigkeit geht es also nicht um rein sprachliche Kenntnisse, sondern um spezifische Transformationsleistungen, die später im Studium gefordert werden: Es sind Sprachhandlungen, die im universitären Alltag besonders gefordert sind. Die sprachliche Studierfähigkeit ist somit konstitutiv für die Sozialisierung in den wissenschaftlichen Alltag an deutschen Hochschulen.

Aus diesem Grund sind die Prüfungen, die sprachliche Studierfähigkeit testen - DSH/FSP, TestDaF usw. - neben der Abfrage sprachlicher Phänomene vor allem auf wissenschaftspraktische Verfahren fokussiert; was sich dementsprechend auch in den Prüfungsformaten zeigt.  

 

Aufbau der FSP Deutsch:

Grundsätzlich orientiert sich die FSP Deutsch an der DSH und besteht demnach aus vier Teilprüfungen:

Leseverstehen u. wissenschaftssprachliche Strukturen (90 min)

- Die Studierenden können einen wissenschaftssprachlichen Text von knapp zwei Seiten verstehen, Fragen dazu beantworten und sich damit auseinander setzen.
- Die Studierenden können die wissenschaftssprachlich relevanten Strukturen in einem vorgegebenen Text erkennen, verstehen und anwenden.

Hörverstehen (70 min)

- Die Studierenden können einem etwa zehnminütigen Vortrag aus dem wissenschaftlichen Bereich mit Verständnis folgen, sinnvoll Notizen dazu anfertigen und damit arbeiten.
- Der Text wird zweimal vorgetragen.

Textproduktion (70 min)

- Die Studierenden können zu einem an Vorgaben (z.B. Diagramm, Zitat, argumentative Fragestellung etc.) gebundenen Thema einen zusammenhängenden Text von ca. 250 Wörtern schreiben.

Muster-Feststellungsprüfung des ISSK

Das spezifische Prüfungsformat sowie die Ausrichtung der Prüfung auf Sprachhandlungen wirken sich auf die Bestehensquote aus.

 

Erfolgsquote:

Überschaut man die vom FaDaF zur Verfügung gestellten statistischen Informationen über Bestehen bzw. Nichtbestehen der Prüfungen sprachlicher Studierfähigkeit, wird rasch deutlich, dass etwa 30 bis 40% der Prüflinge die Prüfung bestehen.

Diese relativ geringe Erfolgsquote liegt vor, obwohl die Prüflinge sich nur dann zur Prüfung anmelden können, wenn Sie bereits ein gewisses Sprachniveau (B2 oder C1 des GER) nachweisen: 49% der DSH-Standorte verlangen ein B2-Zertifikat und 32% einen C1-Nachweis zur Anmeldung zu der DSH. Das sind 82% der Standorte. 

Gleichwohl die Prüflinge sich also zum Zeitpunkt der Prüfung zumeist auf der Niveaustufe B2/C1 befanden, schafften es dennoch nur knapp 40-45%. Im TestDaF ist das Ergebnis noch auffälliger, denn hier bestehen nur 25% mit einem Ergebnis, das zum Studium berechtigt:

- 25-25,3 % der Teilnehmenden erreichen die „garantierte sprachliche Zulassung“
- 42,1 % der Teilnehmenden erreichen die „bedingte sprachliche Zulassung“

Diese Quote ist nur dann nachvollziehbar, wenn man in Betracht zieht, dass die Prüfung sprachlicher Studierfähigkeit keine reine Sprachprüfung ist. Das ISSK konzentriert sich in den studienvorbereitenden Deutschkursen daher auch verstärkt auf die Vermittlung der sprachlichen Kompetenzen, die zu einem Studium an einer deutschen Hochschule befähigen - diese Fokussierung erschwert vielen Bildungsausländer*innen den Übergang von der Heimatschule, in welcher zumeist reiner Sprachunterricht im Vordergrund steht, in das ISSK. Weshalb das Projekt Synergie eben auch an dieser Stelle wirkt, da die Deutschdozierenden in den Heimatländern durch die intensive Vernetzung mit den Dozierenden des ISSK für die spezifischen Anforderungen der sprachlichen Studierfähigkeit sensibilisiert werden.

Beispiel: Ergebnis